LEIPZIG | DEUTSCHLAND

Childhood-Haus für Leipzig

Wer wir sind
An der Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig ist Kinderschutz ein integrierter Teil des medizinischen Leistungsauftrags. Sie verfügt seit 1999 über eine interdisziplinär und multiprofessionell arbeitende Kinderschutzgruppe und seit 2012 zusätzlich über eine Kinderschutzambulanz innerhalb der Kinderschutzgruppe.

Wem wir helfen
Kinder und Jugendliche aus Leipzig und Umgebung, die von Gewalt und Missbrauch betroffen sind.

Was wir tun
In Anlehnung an das skandinavische „Barnahus-Modell“ schaffen wir derzeit eine Einrichtung, in der unter einem Dach Hilfen durch interdisziplinäre Kooperation aller beteiligten Berufsgruppen im (Verdachts-)Fall von sexuellem Missbrauch in kinderfreundlicher Weise angeboten werden. Ein multidisziplinäres Team arbeitet im Interesse und zum Wohl des Kindes zusammen. In kindgerechter Umgebung soll die Anzahl der Vernehmungen möglichst gering gehalten und Opferschutz- und Fürsorgemaßnahmen koordiniert werden. Wichtiges Element des Barnahus ist dabei der Befragungsraum, in dem das Kind durch eine Richterin/einen Richter befragt wird. Die befragende Person steht in dieser Zeit in Kontakt mit anderen anwesenden Personen (u.a. Verteidigung des möglichen Tatverdächtigen), die das Gespräch im benachbarten Konferenzraum live verfolgen können. Mittels Tablets können die betreffenden Personen Fragen an die Richterin/den Richter übermitteln und somit an der Befragung des Kind teilhaben – ohne bei der Vernehmung des Kindes körperlich anwesend sein zu müssen.

Aktivitäten:

  • Einrichtung einer Wohnung auf dem Klinikgelände
  • Zusammenführung und Koordination der beteiligten
    Berufsgruppen durch eine/n Kinderschutzkoordinator/in
  • Trainings-  und Qualifizierungsmaßnahmen der
    beteiligten Berufsgruppen (Train the Trainers)

 

Was steckt dahinter
Die Anzahl der im Klinikum vorgestellten Kinder und Jugendlichen mit Anzeichen von Kindeswohlgefährdung infolge körperlicher, sexueller, seelischer Misshandlung und Deprivation nimmt in Leipzig stetig zu. Gründe hierfür liegen in der gestiegenen Anzahl von Kindergarten- und Schulkindern, in der Zunahme des Anteils von Kindern von Hartz IV-Empfängern, dem Anstieg der Anzahl von Flüchtlingskindern  und einer bestehenden Drogenproblematik.  Auch wenn eine interdisziplinäre Kinderschutzgruppe und eine Kinderschutzambulanz entsprechend den strukturellen und qualitativen Anforderungen weiter entwickelt wurden, gibt es Defizite in der Versorgung und Unterstützung der Kinder und Jugendlichen, die zu zeitlichen Verzögerungen und Retraumatisierungen führen.

Zahlen und Fakten
Pro Jahr werden an der Uniklinik Leipzig etwa 100-150 Minderjährige mit kinderschutz- bzw. misshandlungsrelevanten Fragestellungen vorgestellt und aufgenommen.

Organisation
Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin Leipzig
Weitere Informationen
www.childhood-haus.de
Kontaktperson bei Childhood
Andrea Möhringer
andrea.moehringer@childhood.org
Tel.: +49 176 97314576