Dieser Beitrag handelt von etwas, womit sich eines unserer deutschen Projekte immer wieder befassen muss:
Einer pädosexuellen Szene, die Jungen sexuell ausbeutet.

Anfangs wurde den Aussagen von Kindern, die in diese Szene geraten waren, seitens der Behörden kein Glauben geschenkt. Die Jungen wurden teilweise durch polizeiliche Verhörmethoden weiter traumatisiert oder durch die Täter so stark eingeschüchtert, dass sie sich niemandem mehr anvertrauen wollten. Mittlerweile ist den Behörden die Ernsthaftigkeit und das Ausmaß der Szene durchaus bekannt.

Getarnt als entspannte Jugendtreffs, locken ältere Männer die Jungen in extra angemietete Wohnungen und erschleichen sich mit Computerspielen, Alkohol, Geld und jeder Menge Aufmerksamkeit das Vertrauen der Kinder. Besonders Jungen, die aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen, sind die Gesten der “Freundlichkeit und Anerkennung” etwas Neues. Sie schaffen schnell ein trügerisches Gefühl von Vertrauen und Freundschaft. Im Gegenzug erwarten die älteren Männer Sex.

Die Jungen in unserem Projekt haben immer wieder davon erzählt, dass sie sich dort anfänglich sehr wohl gefühlt haben. Es gab leckeres Essen und endloses Computerspielen. Bis zu 10 Jungen waren bei diesen Treffen. Die älteren Männer waren nett zu ihnen. Irgendwann stießen Bekannte der Männer hinzu und suchten sich einzelne Jungen heraus, um mit ihnen Ausflüge zu machen. Bei diesen Ausflügen, z.B. ins Schwimmbad, trafen die Kinder auf weitere Männer, die sie in andere Wohnungen mitnahmen. Dort fanden Übergriffe durch die fremden Männer statt. Es blieb nicht nur bei diesen Übergriffen. Die Männer drängten sich immer mehr in das Leben der Jungen.

Um die Jungen an sich zu binden, sponnen die Männer ein Netzwerk um die Kinder und ihre Familien. Sie brachten die Jungen morgens zur Schule, brachten sie von Treffen nach Hause und suchten intensiven Kontakt zu den Familien der Jungen. Sie beeindruckten die Erziehungsberechtigten mit geheuchelter Fürsorge und Verantwortungsbewusstsein. Die Eltern vertrauten den gönnerhaft wirkenden Männern und schickten ihre Kinder teilweise sogar auf Ferienfahrten mit „dem väterlichen Freund“.

Die Männer nahmen maximalen Einfluß auf das Leben der Kinder. Sie lernten die Sehnsüchte und Wünsche der Kinder kennen – und die Probleme in den Familien der Jungen. Ein perfides Vorgehen, dass den Kindern ein Entkommen aus der Situation fast unmöglich macht. Das häufig angespannte Verhältnis der Jungen mit ihren Eltern und fehlendes Vertrauen, hielten die Kinder immer wieder davon ab, sich ihren Eltern anzuvertrauen. Eine scheinbar ausweglose Situation für die betroffenen Kinder.

Hier setzt unser Projekt an.
Kommende Woche berichten wir von einem Jungen, dem unser Projekt aus dieser Szene erfolgreich heraus geholfen hat.