Gewalt und sexuellen Missbrauch von Kindern gibt es in allen Kulturen, allen Ländern und in jeder Gesellschaftsschicht.

Die Unterstützung von Childhood richtet sich vor allem an Kinder mit besonders hohem Risiko, von Gewalt und Missbrauch betroffen zu sein. Die folgenden vier Gruppen sind ganz besonders auf Unterstützung angewiesen, denn sie werden von der Gesellschaft häufig ignoriert, vernachlässigt oder vergessen.

Kinder in der Gemeinschaftspflege

Childhood setzt sich weltweit dafür ein, dass Kinder in ihrer Familie oder in einem familienähnlichen Umfeld aufwachsen können. Aktuell werden zu ihrem eigenen Schutz über 40.000 Kinder und Jugendliche von Jugendämtern aus der Familie „in Obhut genommen”, also in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, wie beispielsweise Kinderheimen, untergebracht. Seit 2012 steigt auch die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingskinder, die in Obhut genommen werden. Kinder in Pflegefamilien und betreuten Wohneinrichtungen haben mit besonderen Problemen zu kämpfen. Sie mussten ihr gewohntes Umfeld zurücklassen und leben getrennt von ihren Familien. Oft fehlen Vertrauenspersonen und eine persönliche Betreuung. Auch nach dem Verlassen dieser Wohneinrichtungen sind viele betroffene Kinder und Jugendliche auf Unterstützung angewiesen. Ohne Hilfe von außen werden sie häufig Opfer von Drogenmissbrauch, Arbeitslosigkeit oder ungewollten Schwangerschaften.

 

Gefährdete Familien

Gefährdete Familien sehen sich mit verschiedensten Problemen konfrontiert: Gewalt, Arbeitslosigkeit, Migrationshintergrund oder psychische Probleme der Eltern sind nur einige der Risikofaktoren, die unmittelbare Auswirkungen auf die Kinder dieser Familien haben können. In solchen Fällen ist es ganz besonders wichtig, Unterstützung zu leisten, um die Kinder vor den Folgen zu schützen. Darüber hinaus belegen Studien, dass Mädchen anfälliger für soziale Probleme und Gewalt sind als Jungen. Sie sind zusätzlich dem Risiko einer frühen, oft ungewollten Schwangerschaft ausgesetzt. Viele Mädchen trifft es unvorbereitet, Schulbildung und eine selbstbestimmte Lebensplanung werden erschwert. Mutter und Kind sind in diesen Fällen auf Unterstützung angewiesen. Durch die Unterstützung von gefährdeten Familien können Kinder vor Missbrauch und Vernachlässigung bewahrt werden.

Missbrauchte und von Gewalt betroffene Kinder

Pro Tag werden in Deutschland etwa 40 Kinder sexuell missbraucht. Die Dunkelziffer wird zehnmal so hoch geschätzt. 92 Prozent der Kinder sind sechs bis 14 Jahre alt, die Täter sind dem Kind zu 93 Prozent bekannt. Die Folgen sind Scham, Schuld, Gefühle der Wertlosigkeit, Angst, Beziehungen einzugehen, selbstverletzendes Verhalten oder etwa Bettnässen, chronisches Weglaufen, wiederholte Selbstmordversuche. Mehr als jedes zehnte Kind hat in seiner Kindheit und Jugend sexuellen Missbrauch erlebt. Missbrauch von Kindern kennt viele Formen: Psychische, physische und sexuelle Gewalt in Form von Kinderpornographie, Kinderprostitution oder Kinderhandel. Missbrauch findet in der eigenen Familie, im Freundeskreis oder in Institutionen wie Heimen statt. Ein zunehmendes Problem ist die Internet-Pornographie. Eine ganze Industrie verdient ihr Geld mit der sexuellen Ausbeutung von Kindern – in Ländern der Dritten Welt und vor unserer eigenen Haustür. Die Auswirkungen auf die physische, mentale und emotionale Gesundheit der Kinder sind verheerend und viele Kinder bleiben ein Leben lang von diesen Ereignissen geprägt.

Straßenkinder

Oft sind Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Armut, Gewalt oder Missbrauch in der Familie der Grund dafür, dass Mädchen und Jungen auf der Straße landen. Diese Kinder sind besonders gefährdet: Sie werden schnell Opfer von Verbrechen, Drogenmissbrauch oder Prostitution. Sie verlieren jeglichen sozialen Kontakt und stehen letztlich am Rand der Gesellschaft. Sie leiden unter Gesundheitsproblemen und Perspektivlosigkeit – und brauchen deshalb unsere Unterstützung bei der Rückkehr in ein normales Leben. Childhood fördert weltweit Projekte, die Kindern ein sicheres Zuhause geben und ihnen dabei helfen, soziale Bindungen aufzubauen.