5. April 2018
„Das sind gar nicht eure Bilder?“
Kleiner Junge läuft durch Wasserstrahl

Das große Thema der Bilder
Sie erzeugen Emotionen, bringen uns zum Nachdenken und machen aus einem Text letztendlich eine Geschichte. Bilder haben häufig eine größere Strahlkraft als jedes geschriebene Wort. Sie helfen uns Texte besser zu verstehen. Und häufig bleiben gerade sie noch lange in unserer Erinnerung.

Bilder von weinenden Kindern. Bilder von großen Krokodilstränen auf der Wange eines kleinen Mädchens. Verzweifelt ausgebreitete Arme – beim Lesen der letzten Sätze kommen Ihnen doch sicherlich die ersten Bilder in den Kopf. Vielleicht Fotos, die sie in Zeitungen, in Spendenaufrufen oder in Dokumentationen gesehen haben. Verstehen Sie uns nicht falsch: Die Welt braucht Bilder! Allzu häufig sind sie es, die riesige Spendensummen möglich machen und humanitären Krisen ein Gesicht geben.

 

Aber wir, Childhood Deutschland, haben uns bei unserer Arbeit dagegen entschieden.
Langjährige Unterstützer*innen werden sich noch an Bilder aus unseren Projekten erinnern: Bilder, auf denen wir Gesichter gezeigt haben. Und tatsächlich gibt es diese Bilder vereinzelt auch heute noch. Unsere Childhood-Kinderrichtlinien setzen hier aber ganz klare Bestimmungen fest. Es dürfen nur Aufnahmen gemacht werden,

  • wenn die Eltern der Kinder zugestimmt haben
  • wenn die Kinder in einer Gruppe zu sehen sind – es gibt keine Einzelaufnahmen
  • wenn die Kinder in einem unserer präventiv arbeitenden Projekte betreut werden, das heißt:

    Es gibt keine Bilder von Kindern, die Opfer von Missbrauch sind

Seit einiger Zeit versuchen wir aber darüber hinaus fast vollständig auf Bilder, die Kinder aus unseren Projekten zeigen, zu verzichten. Um unserer Berichte trotzdem bildlich zu untermalen, nutzen wir überwiegend Bilder von Kindermodells und Aufnahmen aus lizenzfreien Quellen. Ausnahmen werden konkret im Artikel genannt. (Siehe hier) Kinder, die Opfer von Missbrauch oder massiver Gewalt geworden sind, haben neben physischen Folgen vor allem mit Angst, Scham und dem Gefühl der Hilflosigkeit zu kämpfen. Die Nutzung von Bildern dieser Kinder erscheint jedem vernünftig denkenden Menschen als falsch. Das sehen Sie wahrscheinlich nicht anders als wir.

Es mag sein, dass wir mit dieser Herangehensweise nicht die Spendensummen erreichen, die andere mit Hochglanzbildern aus ihren Projekten erzielen. Und es mag sein, dass Einigen etwas fehlt, wenn Sie auf die von uns genutzten Bilder schauen.
Doch wir wissen, dass unser Weg für unsere Stiftung der richtige ist.

Der Schutz der Kinder in unseren Projekten ist unser höchstes Gut.
Und wir wissen, dass Sie dafür mehr als Verständnis haben!

 

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