11. März 2026
World Childhood Foundation Deutschland initiiert Gründung des Childhood-Haus Bundesverbands

Neue Dachstruktur stärkt Qualität, Skalierung und gemeinsame Interessenvertretung für Kinderschutz und Kinderrechte.

München, 11. März 2026 – Die World Childhood Foundation Deutschland hat gemeinsam mit Partnern aus dem Netzwerk der Childhood-Häuser die Gründung des Childhood-Haus Bundesverbands initiiert. In der konstituierenden Sitzung wurde der Verband offiziell gegründet und ein ehrenamtlicher Vorstand gewählt.

Mit dem Bundesverband entsteht erstmals eine eigenständige, bundesweite Dachstruktur zur Koordination, Qualitätsentwicklung und gebündelten Interessenvertretung der Childhood-Häuser in Deutschland.

Seit 2018 führt die Stiftung das Childhood-Haus-Konzept als Initiatorin und Lizenzgeberin der Marke „Childhood-Haus“ in Deutschland ein und entwickelt es gemeinsam mit Trägern, Fachkräften sowie Landes- und Kommunalpartnern kontinuierlich weiter. Die Childhood-Häuser sind ambulante, interdisziplinäre Einheiten, in denen Jugendhilfe, Polizei, Justiz, Medizin und psychosoziale Fachkräfte koordiniert zusammenarbeiten, um Kindern und Jugendlichen bei Verdacht auf körperliche oder sexualisierte Gewalt eine kindgerechte Klärung und Versorgung zu ermöglichen.

Grundlage ist das europäische Barnahus-Modell, das seinen Ursprung in Skandinavien hat und sich entlang der „Barnahus Quality Standards“ als fachlicher Referenzrahmen für eine interdisziplinäre, kinderrechtsbasierte Vorgehensweise etabliert hat. Ziel ist es, Mehrfachbefragungen und -untersuchungen zu vermeiden, Verfahren zu bündeln und das Kindeswohl konsequent in den Mittelpunkt zu stellen, um damit eine bestmögliche Unterstützung in der Verarbeitung des Erlebten sowie der notwendigen Klärungsprozesse zu ermöglichen.

Mit zunehmender Anzahl an Einrichtungen und dem Wachstum des Netzwerks steigen zugleich die strukturellen Anforderungen: uneinheitliche Finanzierungsmodelle, Investitions- und Transformationskosten, unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen der Trägerinstitutionen sowie fehlende langfristige Planungssicherheit insbesondere bei Personal- und Betriebskosten stellen Herausforderungen dar. Der neue Bundesverband soll hier koordinierend, qualitätssichernd und politisch gestaltend wirken.

In einer geplanten Übergangsphase von voraussichtlich drei Jahren werden Aufgaben der Betreuung und Begleitung der verschiedenen Childhood-Häuser und der Gestaltung des Konzeptes, die bislang von der Stiftung getragen worden sind, schrittweise in die Verbandsstruktur überführt und weiterentwickelt. Die Stiftung bleibt dem Konzept strategisch verbunden und begleitet die Weiterentwicklung weiterhin eng.

Paula Guillet de Monthoux, Generalsekretärin und Kuratoriumsmitglied der World Childhood Foundation Deutschland, erklärt:

„Als internationale Stiftung erleben wir, dass wirksamer Kinderschutz und die Realisierung der Kinderrechte immer dann gut gelingt, wenn aus innovativen Modellen stabile Systeme werden. In Deutschland haben wir in den vergangenen Jahren Pionierarbeit geleistet und mit dem Childhood-Haus-Konzept ein neues Strukturmodell für interdisziplinäre Zusammenarbeit für Kinder und Jugendliche nach Gewalterfahrung etabliert.

Mit der Gründung des Bundesverbands führen wir diese Aufbauarbeit in eine neue Entwicklungsphase. Ein erfolgreich aufgebautes Konzept und die gewachsene Erfahrung werden in eine nachhaltige, eigenständige und partizipative Struktur eines Vereins überführ, um damit den systemischen Wandel weiter zu unterstützen. Damit sichern wir die langfristige Wirkung dieser Arbeit im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.“

Mit der Aufnahme des Childhood-Haus-Konzepts in den Koalitionsvertrag 2025 und der angekündigten Bundesförderung wurde ein wichtiger politischer Rahmen gesetzt. Aus Sicht der Stiftung kommt es nun darauf an, dauerhafte Finanzierungsstrukturen für bestehende und neue Standorte sowie für die bundesweite Koordination und Qualitätssicherung zu etablieren.

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