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6. Dezember 2021

Wir sind sechs!

Corona bedingt zwar in kleinem Kreis, doch mit großem Engagement haben wir heute in Hamburg das sechste Childhood-Haus in Deutschland eröffnet.

Mit großem Interesse wurden heute Vertreter der Presse durch die mediterran eingerichteten Räumlichkeiten geführt und durften einen Eindruck gewinnen, wie sich ein Kind wohl fühlt, das in ein Childhood-Haus kommt: „geborgen und geschützt – irgendwie willkommen“, so eine Journalistin.

In der neuen zentralen ambulanten Anlaufstelle können Kinder und Jugendliche, die Misshandlungen, sexualisierte Gewalt oder Vernachlässigung erfahren oder beobachtet haben, in kindgerechter Umgebung untersucht und begleitet werden.
Mit einem entscheidenden Grundsatz: Kindern wird auf Augenhöhe begegnet und zu ihrem Wohl gehandelt – ihnen soll es in und nach einem Verfahren besser gehen als zuvor.

„Die UN-Kinderrechte sind zentraler Angelpunkt unserer Arbeit. Es geht uns um einen Perspektivwechsel im Sinne der Kinder und eine echte Partizipation. Die Childhood-Häuser zeigen als positives Beispiel, wie diese Werte im Alltag umgesetzt werden“, sagt Dr. Astrid Helling-Bakki, Geschäftsführerin der World Childhood Foundation Deutschland.

Die Wichtigkeit eines solchen Schutzraumes zeigen auch die Zahlen. So wurden in Hamburg allein im Jahr 2020 fast 850 Untersuchungen von Kindern im Säuglingsalter bis zum 18. Lebensjahr durchgeführt, bei denen der bestätigte oder erklärte Verdacht einer Gewalterfahrung bestand. Doch die Gespräche mit den Familien, die Befragungen der Kinder und die Aufarbeitung der Geschehen wurden bislang an verschiedenen anderen Orten durchgeführt.

Childhood-Haus_Hamburg_03(Copyright Childhood Deutschland)

Neu ist, dass Betroffene nun an einem Ort gebündelt und kindgerecht untersucht, befragt und beraten werden. Dabei übernimmt eine sozialpädagogische Fachkraft die Koordination aller beteiligten Professionen und ist als erste Ansprechperson für das Kind da.

Ermöglicht wurde das Childhood-Haus Hamburg unter der Trägerschaft des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) neben der World Childhood Foundation auch durch den Hamburger Senat. Neben zahlreichen Medienvertretern, haben ebenfalls Familiensenatorin Dr. Melanie Leonhard und Justizsenatorin Anna Gallina an der Eröffnung teilgenommen.

„Das Kind steht nun im Mittelpunkt mit all seinen Interessen, und dem haben die verschiedenen Abteilungen zu dienen“, betonte Frau Leonhard in ihrem Statement und Frau Gallina versprach: „Dadurch, dass die betroffenen Kinder dafür nur einen Ort aufsuchen müssen, reduzieren wir die Belastung der Kinder so weit wie möglich. Die Hamburger Justiz unterstützt das Childhood-Haus mit großem Einsatz.“

Dr. Helling-Bakki schloss mit den treffenden Worten: „Packen wie es an.“ Wir freuen uns über einen weiteren Leuchtturm im Kinderschutz – nun im Norden Deutschlands und wünschen allen einen guten Start.

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